Wer Software auf Online-Plattformen gebraucht kaufen will, hat dabei oft ein mulmiges Gefühl: Ist der Händler tatsächlich vertrauenswürdig, oder gibt es bei einer Lizenzprüfung womöglich ein böses Erwachen? Selbst wenn der Produktschlüssel funktioniert, ist es immer noch möglich, dass hinter dem Key keine gültige Lizenz steht. Grund dafür sind unübersichtliche Lizenzmodelle, etwa durch Volumenlizenzierungen und mangelnder Nachvollziehbarkeit von Weiterverkäufen. Das System ist so undurchsichtig und komplex, dass in Deutschland beispielsweise auch über die Einzelhandelskette Edeka bereits illegitime Lizenzen für Office-Suiten und Windows vertrieben wurden. Aber nicht nur der systematische Betrug ist ein Problem im Lizenzhandel, denn oftmals ist ein Lizenzgeschäft schlicht unwissentlich falsch, da verschiedene Lizenzierungsmodelle und Richtlinien aufeinander stoßen. Was für Privatgeschäfte gilt, ist im Unternehmenssektor ein noch viel weitreichenderes Problem. Lizenzgebern fällt es auch dort schwer, nachzuvollziehen, wer tatsächlich gewisse Software nutzen darf, denn die Dokumente für Lizenzverträge füllen nicht selten mehrere Aktenordner. So passiert es ebenso häufig, dass Unternehmen Lizenzen unnötigerweise mehrfach erwerben oder auf einen Weiterverkauf verzichten, da die Situation so undurchschaubar ist. Weltweit verursacht dies jedes Jahr unnötige Kosten in Milliardenhöhe.

Innovative Technologien für einen transparenten und sicheren Lizenzhandel

Das Startup license.rocks hat dieses Problem erkannt und schafft eine neue Plattform für den Handel von Software-Lizenzen zwischen Unternehmen, die nicht weniger als eine Revolution innerhalb des Sektors auslösen könnte. Der neue Handelsansatz erleichtert es Unternehmen, doppelte Ausgaben für Software zu vermeiden und minimiert den Verwaltungsaufwand enorm. Bei jedem Verkauf wird ein QR-Code generiert, den der Lizenzinhaber erhält und der direkt mit einem Prüfpfad – auch Audit Trail genannt – verbunden wird. Diese Lizenz kann nun online verkauft werden. Alle in Papierform vorhandenen Dokumente werden geprüft, digitalisiert und in der Dokumentenverwaltung gespeichert. Sämtliche Transaktionen werden automatisch in der Datenbank erfasst. Diese Datenbank setzt auf Blockchaintechnologie, weshalb der Prozess vollautomatisiert, dezentral und damit rechtssicher ist. Lizenzen können so lückenlos zurückverfolgt und ihre Gültigkeit ganz einfach verifiziert werden. Ein illegaler Weiterverkauf wäre sofort für Käufer und Verkäufer erkennbar und ist somit ausgeschlossen. Dank der Unterstützung von Euverion gewährte der EFRE Fond Ende Juni den ersten Förder-Baustein in Höhe von 100.000€, um den zukunftsweisenden Ansatz des dezentralen Lizenzierungs-Frameworks weiter voranzutreiben.

Dass das Konzept praktibal ist, konnte license.rocks bereits unter Beweis stellen. Im Insolvenzverfahren der Fluggesellschaft Air Berlin konnte das Start-up bereits schnell und unkompliziert die vorhandenen Softwarelizenzen auslesen und liquidieren. Ein riesiger Markt kann so erschlossen werden. Doch damit sind die Gründer von license.rocks noch nicht am Ende ihrer Idee. Nicht nur für klassische Software, sondern auch für an Geräte gebundenen Code, etwa von Maschinen oder im IoT-Sektor ist die einfache Monetarisierung das Ziel in naher Zukunft. Euverion unterstützt das ambitionierte Projekt weiter und hat bereits den Antrag für eine neue Förderung gestellt.

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https://license.rocks

License.rocks GmbH

Erich-Weinert-Straße 51

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Frank Bartels

hello@licenserocks.de